Abteilung für Nuklearmedizin

Konventionelle Nuklearmedizin

Unser Untersuchungsangebot

Konventionelle nuklearmedizinische Diagnostik umfasst die Untersuchung einer Vielzahl von Organen oder Organsystemen und erfolgt mit Hilfe einer Gammakamera. Dieses Gerät generiert zwei- (planar) oder dreidimensionale Szintigramme, wobei letztere in „SPECT-Technik“ angefertigt werden. Es gibt heute auch Hybrid- oder Kombinationsgeräte aus einer Gammakamera mit einem Computertomographen (CT). Diese werden SPECT/CT genannt und fusionieren Szintigramme mit einem CT-Bild, um somit eine exakte anatomische Zuordnung der Auffälligkeiten im Szintigramm zu einem bestimmten Organ zu ermöglichen. Unsere Abteilung verfügt über eine SPECT-fähige Doppelkopf-Gammakamera der Firma Siemens (Symbia E) mit der Möglichkeit einer software-basierten sekundären Fusion der Bild- mit CT-Daten.

Je nach Organ und Fragestellung werden die Untersuchungen entweder statisch oder dynamisch angefertigt. Zu den dynamischen Untersuchungen zählt z.B. die Nierenszintigraphie, bei der die Durchblutung, Harnbildung und -ausscheidung der Nieren dynamisch aufgezeichnet und nachträglich beobachtet werden kann, in etwa wie ein Film.

Blutungsquellensuche

Bei akuten oder intermittierenden Magen-Darm-Blutungen unklaren Ursprungs  hilft diese Untersuchung, die Blutungsquelle aufzudecken.

Erforderliche Unterlagen und Vorbereitung:

  • 6 Stunden Nüchternheit
  • Befunde vorangegangener Untersuchungen (Hydro-CT, Angiographie, Magen-/Darmspiegelung) und aktuelle Laborwerte (rotes Blutbild)

Herz- bzw. Myokardszintigraphie

Bei der Myokardszintigraphie steht die Beurteilung der Herzdurchblutung im Mittelpunkt.
Die Untersuchung wird unter Ruhebedingungen und/oder ergometrischer bzw. medikamentöser Stressbelastung durchgeführt. Mit Hilfe dieser Untersuchung lassen sich infarktgefährdete Herzregionen detektieren und ggf. einer kardiologischen Behandlung zuführen. Des Weiteren sind Verlaufskontrollen nach einem Herzinfarkt oder nach einer Bypass-Operation möglich; unter Umständen kann dadurch auf eine Herzkatheter-Untersuchung verzichtet werden.

Notwendige Unterlagen:

  • Medikamentenplan
  • kardiologische Arztberichte (z.B. Ergebnisse von Herzkatheter-Untersuchungen und Belastungs-EKG)
  • Berichte von Vor-Szintigraphien sofern vorhanden

Hirn-Szintigraphie

Die Ziele dieser Untersuchung sind:
a.    Die Beurteilung der Hirndurchblutung und deren Störungen
b.    Mit Hilfe dieser Untersuchung kann die klinische Relevanz einer Einengung der Halsschlagader vor
       evtl. Operation herausgearbeitet werden. Die Methode gilt zudem als Goldstandard zum Nachweis
       eines irreversiblen Hirntodes vor evtl. Organentnahmen zwecks Transplantation
c.    Nachweis von Morbus Parkinson und Abgrenzung gegenüber anderer neurodegenerativen
       Erkrankungen
d.    Bei V.a. Morbus Alzheimer zum Nachweis typischer Veränderungen des Hirnstoffwechsels

Hinweis:
Zur Vorbereitung ist unter Umständen das Absetzen bestimmter Medikamente nach Rücksprache mit dem behandelnden Neurologen erforderlich.

Notwendige Unterlagen:

Medikamentenplan

Liquor-Szintigraphie

Bei Liquorunterdruck-Syndrom kann diese Untersuchung zum Ausschluss einer Leckage des Duralsackes bzw. zur Lokalisationsdiagnostik der Leckage eingesetzt werden. Nach Punktion des Wirbelkanals erfolgt die Injektion des radioaktiven Isotops mit anschließenden Aufnahmen des gesamten zentralen Nervensystems ggf. verbunden mit Messungen der Tamponaden der Nase oder der Ohren.

Lungen-Szintigraphie

Mittels Lungenszintigraphie werden Durchblutung (Perfusion) und Belüftung (Ventilation) der Lunge untersucht. Die Untersuchung besteht in der Regel aus den oben genannten zwei Teilen und dauert circa 60 Minuten. Sie dient zum Ausschluss oder Nachweis einer Lungenembolie und ist gelegentlich auch zur Beurteilung der Lungenfunktion vor Operationen notwendig.

Aufgrund der hohen diagnostischen Sicherheit ist die alleinige Lungenperfusionsszintigraphie insbesondere bei jungen Patienten oder sogar Schwangeren meistens ausreichend, um die Lungenembolie auszuschließen. Die Strahlenbelastung einer Lungenszintigraphie ist deutlich niedriger als bei der Computertomographie.

Notwendige Informationen:

  • Aktuelle Röntgenaufnahme der Lunge
  • Angaben zu Lungenvorerkrankungen

Leber-Szintigraphie

Es gibt drei verschiedene nuklearmedizinische Untersuchungen der Leber (Leberblutpool-Sz, Leberfunktions-Sz und Leberperfusions-Sz). Die Differentialdiagnose von Leberherden erfolgt heutzutage ausschließlich mit Hilfe der radiologischen Verfahren (z.B. Ultraschall oder MRT).  In weiterhin unklaren Fällen kann eine Leberszintigraphie erwogen werden.

Von mehr diagnostischer Bedeutung ist allerdings die Anwendung der Funktionsszintigraphie zur Beurteilung der Gallenausscheidung und deren Störungen. Im Rahmen der Vorbereitung zur und nach der Behandlung von Lebertumoren/-metastasen mit Yttrium-90 (SIRT = selektive interne Radiotherapie) wird eine Leber-Sz angefertigt, die neben der radiologischen Angiographie der Leber das Kernstück der SIRT-Behandlung darstellt.

Notwendige Unterlagen und Vorbereitung:

  • Aktueller Arztbericht
  • Bildmaterial der bisherigen Diagnostik
  • Für Leberfunktions-Sz sollte der Patient 6 Stunden nüchtern sein.

Lymphknoten- (Wächterlymphknoten) und Lymphabfluss-Szintigraphie

Bösartige Tumore neigen zu Streuung in Lymphdrüsen bzw. -knoten (LK). Tumorzellen breiten sich über Lymphgefäße in regionale LK aus. Diejenigen LK, die im primären Abflussgebiet eines Tumors liegen und am ehesten befallen sein können, bezeichnet man als Wächterlymphknoten. Bei Brust- oder schwarzem Hautkrebs (Melanom) werden diese LK operativ mitentfernt.                                                  
Die Wächterlymphknoten-Sz dient der Suche dieser LK. Mit Hilfe dieser Untersuchung und unter Zuhilfenahme einer speziellen Sonde lassen sich Wächter-LK bei der Operation sicher detektieren und entfernen. Unter Umständen können durch diese Untersuchung radikale Lymphknoten-Operationen und die damit verbundenen Nebenwirkungen vermieden werden.
Der Schwellung der Beine und Arme kann eine Störung des Lymphabflusses zugrunde liegen (sog. Lymphödem). Die Lymphabfluss-Sz zielt auf die Abklärung bzw.  Differentialdiagnose der peripheren Ödeme.

Notwendige Informationen:

  • Arztbericht mit Angaben zum Ergebnis der Brustpunktion
  • Bildmaterial und Ergebnis der Untersuchungen bezüglich der Ödeme

Magen-Szintigraphie

Die Magenszintigraphie bietet die Möglichkeit einer quantitativen Beurteilung der Entleerungszeit und somit der Beurteilung der Magenfunktion bei Verdacht auf Verzögerungen z.B. durch Störungen der Innervation des Magens (bei Diabetes mellitus), bei Magenausgangsstenose oder auch bei Verdacht auf eine beschleunigte Magenentleerung.

Vorbereitung:

  • Man sollte mindestens sechs Stunden nüchtern sein.

Meckel-Divertikel-Szintigraphie

Findet sich Magenschleimhaut außerhalb des Magens (heterotop) im Darmtrakt, kann es zu Bauchschmerzen kommen. Nicht selten verursacht heterotope Magenschleimhaut, auch Meckel-Divertikel genannt, unklare Blutungen im Kindesalter. Mit dieser Szintigraphie können Meckel-Divertikel einfach nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.

Notwendige Unterlagen und Vorbereitung:

  • Aktueller Arztbericht
  • Bildmaterial der bisherigen Diagnostik
  • Patient sollte nüchtern sein.
  • Eine Woche vor der Untersuchung erfolgt die Blockade der Schilddrüse mit  Thybon (60 µg/d bei Erwachsenen und 1 µg/kg Körpergewicht pro Tag bei Kindern). Untersuchungsbeginn ist morgens zwischen 08.00 Uhr und 09.00 Uhr.

Ösophagus-Szintigraphie

Die Untersuchung dient zur Abklärung von Funktionsstörungen der Speiseröhre.

Erforderlichen Informationen und Vorbereitungen:

  • Bisherige Untersuchungsergebnisse
  • 6 Stunden Nüchternheit erforderlich

Schilddrüsen-Szintigraphie

Die Störungen der Schilddrüsenfunktion drücken sich in Form von Laborveränderungen und/oder Symptomen aus. Eine spezfische Blutuntersuchung und der Ultraschall bilden dabei die Grundlage der Diagnostik. Stellen sich im Ultraschall Knotenformationen in der Schilddrüse dar oder findet sich eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, kommt häufig die Szintigraphie als weiterführendes Verfahren zum Einsatz.

Das Ziel der Untersuchung ist:

  • Bildliche und quantitative Darstellung  des stoffwechselaktiven Gewebes und somit
  • Beurteilung der Aktivität der Schilddrüse und/oder der Schilddrüsenknoten (heiße oder kalte Knoten)

Notwendige Unterlagen:

  • Sämtliche Laborwerte im Verlauf und Ultraschallbilder
  • Bilder von evtl. vorhandenen Vor-Szintigraphien

Speicheldrüsen-Szintigraphie

Ziel der Untersuchung istFunktionsdarstellung und die Erkennung von Funktionsstörungen der Speicheldrüse.

Vorbereitung:

  • Absolute Nüchternheit ist erforderlich
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