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Arthrose-Schmerzen überlisten

(17.07.2025)

Ab sofort bieten wir am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg für Arthrose-Patienten eine neue, innovative Behandlungsmethode an: Mit Hilfe der so genannten TAPE, einem minimal-invasiven Verfahren zum Verschließen krankhaft veränderter Blutgefäße, erreichen Betroffene eine deutliche Linderung ihrer Schmerzen, die langfristig anhält.

Manchmal ist es wie verhext: Jacqueline H. tut alles, um ihre Probleme mit dem Knie in den Griff zu bekommen. Arthrose, altersbedingter Gelenkverschleiß, lautet die Diagnose. Die erst 57-Jährige versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen: Sie ist engagiert bei der Physiotherapie, nimmt Medikamente nach schmerztherapeutischen Empfehlungen ein, und trotzdem erreicht sie keine nennenswerte Linderung ihrer Arthrose-Beschwerden. Selbst ein Gelenkersatz bringt ihr nicht die ersehnte Schmerzfreiheit. Eine zermürbende Zeit für die vergleichsweise junge Patientin: „Ich habe nach all den Jahren mit andauernden Schmerzen schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass es mit mir wieder bergauf gehen könnte. Umso hoffnungsvoller bin ich jetzt!“

Prof. Dr. Niels Zorger führt die neue TAPE-Methode am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg ein.

TAPE – ein innovatives, minimal-invasives Verfahren zur Schmerzlinderung

Der Grund für Ihre Zuversicht? Vor gut einem Monat lässt sie am Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg eine so genannte TAPE durchführen, eine transarterielle periartikuläre Embolisation. Mit Hilfe dieses neuartigen Verfahrens können Arthrose-Patienten für viele Monate von ihren Schmerzen befreit werden. Tatsächlich bemerkt Jaqueline H. bereits am Folgetag des Eingriffs, dass sich ihr Knie besser bewegen lässt und sie deutlich weniger Schmerzen verspürt. 

Das liegt daran, dass bei der Gelenkembolisation krankhaft veränderte Blutgefäße im Gelenkbereich gezielt verschlossen werden und so der Schmerzimpuls Richtung Gehirn unterbrochen wird. Ähnlich wie bei einer Herzkatheteruntersuchung nutzt man für die TAPE die Leisten- oder Handgelenksarterie als Zugang zum Gelenk. Die Patienten benötigen lediglich eine örtliche Betäubung. Die Ärzte arbeiten also minimal-invasiv, die Risiken größerer Operationen werden dadurch minimiert, die Patienten sind schneller fit. 

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entstehung von Schmerzen

Professor Dr. Niels Zorger, Chefarzt des Instituts für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, hat zusammen mit Oberarzt Dr. Thomas Borgmann die TAPE am Krankenhaus Barmherzige Brüder eingeführt. Er verspricht sich viel von dem innovativen Ansatz: „Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass chronische Fehlbelastungen und sich daraus ergebende Entzündungsreize krankhafte Gefäßstrukturen entstehen lassen, die wiederum eine Überempfindlichkeit der Nerven bedingen. Mit der TAPE-Methode überlisten wir quasi die Arthrose, indem wir bei der Schmerzweiterleitung ansetzen.“ Denn tatsächlich spricht nicht jeder Patient – wie auch Jacqueline H. – zufriedenstellend auf die etablierten konservativen und operativen Arthrose-Therapien an. „Für diese Patienten ist die TAPE ein Segen, das beweisen auch klinische Studien“, so Professor Dr. Bernd Füchtmeier, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin. Die orthopädische, die schmerztherapeutische und die radiologische Abteilung des Hauses stimmen sich in solchen Fällen eng ab, um für die Betroffenen die jeweils beste Therapieoption zu finden. Mit einer gründlichen Untersuchung, Beurteilung und Beratung klären die Mediziner, ob die Voraussetzungen für eine TAPE gegeben ist. Die bisher gemachten Erfahrungen am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg stützen auf jeden Fall die positiven Einschätzungen der Fachwelt zur TAPE. 

Für wen kommt das neue Verfahren in Frage?

Generell eignet sich die TAPE für Patienten mit anhaltenden Knie- oder Schulterschmerzen aufgrund einer Arthrose oder nach einem Gelenkersatz, wenn übliche Behandlungsmethoden zu keiner Schmerzfreiheit führen. 

Mit der TAPE lässt sich in bestimmten Fällen auch eine Operation hinauszögern, was das Angebot besonders attraktiv für Betroffene macht, die noch zu jung für einen Gelenkersatz sind. Auch ist die TAPE eine gute Alternative für Patienten, für die wegen schwerer Vorerkrankungen, erhöhtem Narkoserisiko oder sehr starkem Übergewicht eine Gelenkersatz-Operation nicht in Frage kommt. 

Jacqueline H. ist in jedem Fall dankbar für den medizinischen Fortschritt: „Die Arthrose hat mich so viel an Lebensqualität gekostet, jede Bewegung wird irgendwann zur Qual. Jetzt freue ich mich wieder jeden Tag aufs Aufstehen.“

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur innovativen TAPE-Methode finden Sie hier.