Klinik für Neurochirurgie
Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Verletzung des Gehirns infolge einer äußeren Gewalteinwirkung auf den Kopf und zählt zu den häufigsten neurochirurgischen Notfällen. Die Verletzungen reichen von einer leichten Gehirnerschütterung bis hin zu schweren Hirnblutungen oder einem lebensbedrohlich erhöhten Hirndruck.
In unserer Neurochirurgischen Klinik versorgen wir Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma rund um die Uhr. Gemeinsam mit dem Notfallzentrum, der Intensivmedizin und weiteren Fachbereichen gewährleisten wir eine schnelle Diagnostik, eine individuell abgestimmte Behandlung und – falls erforderlich – eine neurochirurgische Notfalloperation sowie die anschließende Nachsorge.
Ein Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet eine Verletzung des Gehirns, die durch eine äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf entsteht. Häufige Ursachen sind Verkehrsunfälle, Stürze, Arbeitsunfälle oder Sportverletzungen. Je nach Unfallmechanismus können neben dem Gehirn auch Hirnhäute, Blutgefäße oder Schädelknochen verletzt werden. Das Verletzungsspektrum reicht von einer Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) über Hirnprellungen, Hirnblutungen, Schädelbrüche bis hin zu einem erhöhten Hirndruck. Auch scheinbar leichte Kopfverletzungen sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn Beschwerden auftreten oder Risikofaktoren bestehen.
Zur Beurteilung der Verletzungsschwere verwenden wir die Glasgow Coma Scale (GCS), mit der Bewusstsein, Sprache und motorische Reaktionen beurteilt werden. Dabei werden drei Schweregrade unterschieden:
| Schweregrad | Glasgow Coma Scale |
| Leichtes Schädel-Hirn-Trauma | 13–15 Punkte |
| Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma | 9–12 Punkte |
| Schweres Schädel-Hirn-Trauma | 3–8 Punkte |
Symptome bei Schädel-Hirn-Trauma
Die Beschwerden hängen vom Schweregrad der Verletzung ab und können unmittelbar oder verzögert auftreten. Typische Symptome sind:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit und Erbrechen
- Bewusstseinsstörungen
- Erinnerungslücken
- Verwirrtheit
- Schläfrigkeit
- Krampfanfälle
- Sprachstörungen
- Lähmungen
- Sehstörungen
Nach einer Kopfverletzung können Beschwerden auch erst Stunden später auftreten. Nehmen Kopfschmerzen zu oder treten Erbrechen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Lähmungen oder Sprachstörungen auf, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Diese Symptome können auf eine Hirnblutung oder einen erhöhten Hirndruck hinweisen.
Diagnostik: Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma untersucht?
Die Erstversorgung erfolgt bei schweren Verletzungen in der Zentralen Notaufnahme beziehungsweise im Schockraum durch ein interdisziplinäres Team. Ziel ist es, lebensbedrohliche Verletzungen rasch zu erkennen und unmittelbar mit der Behandlung zu beginnen. Zur Diagnostik gehören unter anderem:
- neurologische Untersuchung
- Beurteilung des Bewusstseins mit der Glasgow Coma Scale (GCS)
- Computertomographie (CT) des Kopfes
- Magnetresonanztomographie (MRT), wenn erforderlich
- Überwachung der Vitalfunktionen
- Diagnostik möglicher Begleitverletzungen
Anhand der Untersuchungsergebnisse entscheiden wir, ob eine Überwachung ausreicht oder eine sofortige neurochirurgische Behandlung notwendig ist.
Behandlung: Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma behandelt?
Nicht jedes Schädel-Hirn-Trauma muss operiert werden. Leichte Verletzungen können häufig konservativ behandelt werden. Dazu gehören neurologische Überwachung, Schmerztherapie und regelmäßige Verlaufskontrollen.
Patienten mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma werden häufig auf der Intensivstation behandelt. Dort überwachen wir kontinuierlich Hirnfunktion, Kreislauf und Atmung und können bei Veränderungen sofort reagieren.
Wenn Hirnblutungen oder ein gefährlich erhöhter Hirndruck vorliegen, kann eine neurochirurgische Operation notwendig sein. Zu den möglichen Eingriffen gehören:
- Entfernung eines Hämatoms
- Anlage einer externen Ventrikeldrainage (EVD) zur Hirndruckentlastung
- Dekompressive Kraniektomie zur Entlastung des Gehirns bei ausgeprägtem Hirndruck
Unser erfahrenes neurochirurgisches Team entscheidet individuell über das geeignete Therapieverfahren.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach einem Schädel-Hirn-Trauma ist häufig eine neurologische Rehabilitation sinnvoll. Die Rehabilitation nach einem Schädel-Hirn-Trauma unterstützt dabei, körperliche, geistige und neurologische Funktionen schrittweise wiederherzustellen und die Rückkehr in Alltag, Beruf oder Schule zu fördern. Je nach Schwere der Verletzung kann die Genesung Wochen, Monate oder auch Jahre dauern. Bereits während des Krankenhausaufenthalts planen wir gemeinsam mit unserem Sozialdienst die Anschlussbehandlung und unterstützen Patienten und Angehörige bei der Organisation einer geeigneten Rehabilitation.
Häufige Fragen zum Schädel-Hirn-Trauma (FAQ)
Wann muss man nach einem Sturz auf den Kopf zum Arzt?
Nach einem Sturz auf den Kopf sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen, wenn Bewusstseinsstörungen, zunehmende Kopfschmerzen, Erbrechen, Erinnerungslücken, neurologische Ausfälle oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustands auftreten.
Wie lange muss man nach einem Schädel-Hirn-Trauma beobachtet werden?
Die Dauer der Überwachung hängt von der Schwere der Verletzung, den Untersuchungsergebnissen und möglichen Risikofaktoren ab. Bei bestimmten Kopfverletzungen kann eine stationäre Beobachtung notwendig sein, um eine verzögert auftretende Hirnblutung frühzeitig zu erkennen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Gehirnerschütterung und einem Schädel-Hirn-Trauma?
Die Gehirnerschütterung ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Der Begriff Schädel-Hirn-Trauma umfasst sämtliche Verletzungen des Gehirns – von leicht bis schwer.
Wann muss ein Schädel-Hirn-Trauma operiert werden?
Eine Operation wird notwendig, wenn beispielsweise größere Hirnblutungen, ein erhöhter Hirndruck oder eine Verschlechterung der neurologischen Funktion vorliegen.
Wie lange dauert die Heilung eines Schädel-Hirn-Traumas?
Das hängt vom Schweregrad der Verletzung ab. Leichte Schädel-Hirn-Traumata heilen oft innerhalb weniger Wochen aus. Nach schweren Verletzungen kann die Rehabilitation mehrere Monate oder länger dauern.




