Klinik für Neurochirurgie

Operation mit 5-Aminolävulinsäure (5-ALA)

Bestimmte Hirntumore, vor allem sogenannte maligne Gliome, wachsen in gesundes Hirngewebe ein und durchdringen dieses. Wir nennen dies infiltratives und diffuses Wachstum. Es ist schwierig nicht nur mit dem bloßen Auge, sondern auch unter dem Operationsmikroskop die nicht scharfen Grenzen des Tumors zu erkennen und gesundes von erkranktem Hirngewebe zu unterscheiden. Um diese Tumore dennoch möglichst vollständig zu entfernen, verwenden wir bei einer solchen Operation 5-Aminolävulinsäure (5-ALA).

Tumorzellen haben einen anderen Stoffwechsel als normale Nervenzellen und können bestimmte Aminosäuren nicht weiter verarbeiten. Es liegt ein Enzymdefekt in den Tumorzellen vor. Die 5-ALA gehört zu diesen Aminosäuren und reichert sich deshalb in den Tumorzellen an.

Die 5-ALA wird in Form von einem fluoreszierenden Farbstoff in Wasser aufgelöst drei Stunden vor der Operation von Ihnen getrunken. Die Einnahme ist unbedenklich. Der Farbstoff reichert sich in den Tumorzellen an und lässt diese unter dem Operationsmikroskop in rot-violetter Farbe fluoreszieren.

In Studien konnte gezeigt werden, dass unter der Verwendung von 5-ALA, doppelt so viele Hirntumore radikal und radiologisch komplett entfernt werden konnten wie ohne Einsatz der Substanz. Können wir den Tumor möglichst komplett neurochirurgisch entfernen, erhöht sich die Überlebenszeit bei malignen Gliomen um fünf Monate.

Wir verwenden daher 5-ALA routinemäßig bei der Operation von Gliomen.

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