Klinik für Neurologie
Parkinson-Syndrome
Individuelle Diagnostik und Therapie von Parkinson-Syndromen – ambulant und stationär, mit besonderem Schwerpunkt auf der Parkinson-Komplexbehandlung.
Menschen mit Parkinson individuell zu behandeln, erfordert besondere Erfahrung und Expertise. In unserer Klinik für Neurologie unterstützt Sie ein erfahrenes, interdisziplinäres Team bei der Diagnostik und Therapie von Parkinson-Syndromen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Parkinson-Komplexbehandlung, bei der wir Ihre Beschwerden ganzheitlich betrachten und die Behandlung individuell auf Sie abstimmen.
Symptome: Welche Beschwerden können bei Parkinson auftreten?
Parkinson-Syndrome können sich sehr unterschiedlich äußern. Zu den typischen Beschwerden gehören:
- Zittern (Tremor)
- Bewegungsverlangsamung und Bewegungsarmut (Hypo- oder Akinese)
- Muskelsteifigkeit (Rigor)
- Gang- und Gleichgewichtsstörungen
- Unsicheres Gehen und erhöhte Sturzgefahr
- Leisere oder undeutlichere Stimme
- Veränderungen der Handschrift
- Schwierigkeiten bei feinmotorischen Bewegungen
- Sogenannte nicht-motorische Beschwerden: beispielsweise Kreislaufprobleme, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen oder Veränderungen der Stimmung
Diagnose: Nicht jede dieser Beschwerden bedeutet automatisch Parkinson
Gerade zu Beginn kann die Diagnose schwierig sein. Deshalb sind eine ausführliche Krankengeschichte und eine sorgfältige neurologische Untersuchung besonders wichtig.
Je nach Situation können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise eine Kernspintomographie des Kopfes, Laboruntersuchungen oder eine ergänzende neurologische Diagnostik. In der Klinik für Neurologie der Barmherzigen Brüder Regensburg verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Parkinson-Syndromen. Wir betreuen Patientinnen und Patienten sowohl ambulant als auch stationär.
Ziel ist es, die Erkrankung möglichst genau einzuordnen und gemeinsam mit Ihnen die passende Behandlung zu finden.
Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson-Syndromen
Parkinson-Syndrome können sich sehr unterschiedlich entwickeln und erfordern eine individuell abgestimmte Behandlung. Je nach Beschwerden, Krankheitsverlauf und persönlicher Situation kommen ambulante oder stationäre Therapien sowie verschiedene medikamentöse und interventionelle Behandlungsmöglichkeiten infrage.
Unsere Behandlungsmöglichkeiten umfassen:
Stationäre Parkinson-Komplexbehandlung
Wir betrachten nicht nur die Beweglichkeit, sondern den ganzen Menschen.
Die Parkinson-Komplexbehandlung ist eine zweiwöchige stationäre Behandlung, die gezielt die Beweglichkeit verbessert und dabei unterstützt, im Alltag sicherer und selbstständiger zu bleiben. Dabei werden Beschwerden, Medikamente und persönlichen Behandlungsziele ausführlich erfasst. Ein erfahrenes multiprofessionelles Team erarbeitet daraus einen individuellen Behandlungsplan, der im Verlauf überprüft und bei Bedarf angepasst wird.
Für wen ist die Parkinson-Komplexbehandlung geeignet?
Die Parkinson-Komplexbehandlung ist geeignet für Menschen mit Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen. Sie ist besonders sinnvoll bei zunehmenden Einschränkungen im Alltag, nachlassender oder schwankender Medikamentenwirkung oder unzureichender Kontrolle der Beschwerden.
Multiprofessionelle Behandlung
Bei der Parkinson-Komplexbehandlung erfolgt eine interdisziplinäre und individuell auf die Patientinnen und Patienten abgestimmte Versorgung.
Unser ärztliches Team überprüft und optimiert die medikamentöse Therapie angepasst an den aktuellen Krankheitsverlauf und die persönlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. : Außerdem werden Sie zu modernen Pumpentherapien beraten und wir prüfen gemeinsam, ob eine Tiefe Hirnstimulation (THS) für Sie infrage kommt.
Ein erfahrenes Pflegeteam begleitet die Patientinnen und Patienten individuell, unterstützt bei der Alltagsbewältigung und vermittelt Strategien für einen möglichst selbstständigen Umgang mit den krankheitsbedingten Einschränkungen.
Die Physiotherapie behandelt insbesondere Gang, Gleichgewicht, Haltung, Beweglichkeit, Kraft sowie Ausdauer und kann bei Bedarf spezielle Verfahren wie LSVT-BIG einsetzen.
In der Ergotherapie stehen alltagsnahe Bewegungsabläufe und feinmotorische Fähigkeiten im Mittelpunkt. Gemeinsam wird daran gearbeitet, alltägliche Aufgaben möglichst selbstständig und sicher zu bewältigen.
Die Logopädie widmet sich insbesondere Sprechen und Stimme, Verständlichkeit der Kommunikation sowie Schluckstörungen. Bei Bedarf können etablierte Verfahren wie LSVT-LOUD eingesetzt werden.
Mögliche Veränderungen kognitiver Funktionen, wie Gedächtnis oder Aufmerksamkeit, werden in der Neuropsychologie untersucht und behandelt. Auch der psychische Umgang mit der Erkrankung wird berücksichtigt.
Unser Sozialdienst unterstützt Sie unter anderem bei sozialmedizinischen Fragen, Fragen zu Pflegegrad und Hilfsmitteln, Anträgen und organisatorischen Anliegen sowie der Planung der weiteren Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt.
Eine Parkinson-Erkrankung kann mit Sorgen, Ängsten und persönlichen Veränderungen verbunden sein. Die Seelsorge bietet Ihnen Raum für Gespräche und persönliche Anliegen – unabhängig von Ihrer religiösen Zugehörigkeit.


Pumpentherapie
Bei fortgeschrittenem Parkinson können die Apomorphin- oder eine der unterschiedlichen Levodopa-Pumpen eine Behandlungsoption sein. Sie ermöglichen eine kontinuierlichere Medikamentengabe und können insbesondere bei ausgeprägten Wirkungsschwankungen eingesetzt werden. Wir verfügen über Erfahrung sowohl mit der Ersteinstellung als auch der Optimierung von Pumpentherapien.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein operatives Behandlungsverfahren, das bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson infrage kommen kann. Bei ausgeprägten Wirkungsschwankungen oder unzureichender Wirksamkeit der medikamentösen Behandlung wird geprüft, ob eine Tiefe Hirnstimulation (THS) infrage kommt. Hierbei begleiten wir die Patientinnen und Patienten umfassend von der medizinischen Evaluation und Vorbereitung bis zur Nachsorge und weiteren Therapieanpassung. Bei der tiefen Hirnstimulation arbeiten wir eng mit dem Zentrum für Tiefe Hirnstimulation am Universitätsklinikum Regensburg zusammen.
Parkinson-Ambulanz
Nicht jede Behandlung erfordert einen stationären Aufenthalt. In unserer Parkinson-Ambulanz begleiten wir Patientinnen und Patienten in verschiedenen Phasen der Erkrankung – von der diagnostischen Einordnung und medikamentösen Ersteinstellung bis zur Behandlung komplexer Parkinson-Verläufe.
Zum ambulanten Behandlungsspektrum gehören unter anderem:
- Diagnostische Einordnung von Parkinson-Syndromen
- Medikamentöse Einstellung und Anpassung
- Verlaufskontrollen
- Behandlung komplexer Krankheitsverläufe
- Betreuung bei Pumpentherapien
- Betreuung im Zusammenhang mit einer tiefen Hirnstimulation
Häufige Fragen zur Parkinson-Behandlung
Wann sollte die Parkinson-Behandlung überprüft werden?
Eine Anpassung der Behandlung kann dazu beitragen, Beweglichkeit, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten. Eine erneute ärztliche Beurteilung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn
- Medikamente nicht mehr so lange oder gleichmäßig wirken
- Bewegungen zunehmend schwieriger werden
- Zittern oder Muskelsteifigkeit zunehmen
- Gang und Gleichgewicht unsicherer werden
- Häufiger Stürze auftreten
- Alltägliche Tätigkeiten schwerer fallen
- Die Stimme leiser oder undeutlicher wird
- Schluckbeschwerden auftreten oder zunehmen
- Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Stimmung beeinträchtigt sind
Welche Parkinson-Syndrome werden behandelt?
Wir behandeln Menschen mit Parkinson-Krankheit und atypischen Parkinson-Syndromen. Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, dem Krankheitsverlauf und den persönlichen Therapiezielen.
Wann ist eine Parkinson-Komplexbehandlung sinnvoll?
Eine stationäre Komplexbehandlung kann sinnvoll sein, wenn Parkinson-Beschwerden zunehmen, Medikamente nicht mehr ausreichend oder gleichmäßig wirken oder mehrere Therapiebereiche gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.
Wie lange dauert die Parkinson-Komplexbehandlung?
Die Parkinson-Komplexbehandlung dauert in der Regel zwei Wochen und findet stationär statt.
Benötige ich eine Krankenhauseinweisung für die Parkinsonkomplex-Behandlung?
Ja. Für die stationäre Aufnahme ist eine Krankenhauseinweisung erforderlich. Wenn Sie unsicher sind, ob eine stationäre Parkinson-Komplexbehandlung für Sie infrage kommt, können Sie sich vorab an unser Sekretariat wenden.
Werden die Kosten für die Parkinson-Komplexbehandlung übernommen?
Die Kosten der stationären Behandlung werden in der Regel von den Krankenversicherungen übernommen.
Was passiert nach der Parkinson-Komplexbehandlung?
Am Ende des Aufenthalts werden die Behandlungsergebnisse und die weiteren Therapieempfehlungen mit Ihnen besprochen. Ziel ist es, die Behandlung nach dem Krankenhausaufenthalt möglichst gut weiterzuführen und die ambulante Versorgung entsprechend abzustimmen.




