Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Wann ist ein chirurgischer Eingriff nötig?

Bei einer Peritonealkarzinose mit Metastasen am Bauchfell können chirurgische Maßnahmen notwendig sein (sogenannte palliative Operationen). Dies wäre z. B. im Falle eines Darmverschlusses so. Wenn die Erkrankung lediglich am Bauchfell lokalisiert ist und ein gewisses Ausmaß nicht überschreitet, kann eine Entfernung aller sichtbaren Tumorknoten in Kombination mit einer Chemotherapie und Hyperthermie direkt im Bauchraum die Prognose verbessern.

Die Auswahl, welche Herangehensweise für welche Patienten am besten geeignet ist, stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Krebsspezialisten aus mehreren Bereichen (Chirurgen, Internistische Onkologen, Strahlentherapeuten, Gastroenterologen usw.) arbeiten bei solchen Fragestellungen eng zusammen und suchen in der Tumorkonferenz nach der besten Behandlungsoption. Hier ist wichtig zu verstehen, dass zum einen nicht jede technisch durchführbare Operation auch onkologisch sinnvoll ist und dass zum anderen die richtige Reihenfolge der Behandlungsschritte abgestimmt werden muss. Oft wird bei den betroffenen Patienten eine systemische Chemotherapie schon vor der Operation durchgeführt.

Die Frage der Operabilität ist manchmal schwer zu beantworten, denn die bildgebenden Verfahren haben in der Beurteilung der Tumorknoten am Bauchfell viele Einschränkungen. Deswegen wird oft eine Laparoskopie durchgeführt, um ein genaueres Bild zu bekommen. Wichtig ist vor allem, den Dünndarm zu beurteilen, denn dieser kann nur begrenzt entfernt werden. Prognostisch profitieren selbstverständlich die Patienten, bei denen alle sichtbaren Tumorknoten entfernt werden können.

Patienteninformation zur Peritonealkarzinose / Bauchfellkrebs (PDF)

Mehr über die Peritonealkarzinose:
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Informationen über die multimodale Behandlung der Peritonealkarzinose (PDF)

Wissenschaflicher Vortrag - die multimodale Behandlung der Peritonealkarzinose
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Information über die Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie als multimodale chirurgische Therapie-Option (PDF)

Ein Bericht - Wie kann für Patienten mit Peritonealkarzinose die Perspektive einer Heilung ermöglicht werden?
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Bei der Operation werden befallene Anteile des Peritoneums (Bauchfell) an der Bauchwand und an den inneren Organen entfernt. Hierfür kann es notwendig sein, dass auch Anteile der inneren Organe entfernt werden müssen. Dies betrifft insbesondere den Dickdarm, die Milz, den Magen oder den Mastdarm. Unter Umständen kann es notwendig sein, dass Sie vorübergehend einen künstlichen Ausgang erhalten. Dieser dient als Schutz für die frisch angelegten Darmverbindungen (Anastomosen). Nach Entfernung aller sichtbaren Tumorknoten wird der Bauchraum mit einer erhitzten Lösung bei 42°C ausgespült. Zusätzlich werden ein oder mehrere Zytostatika über einen Zeitraum von ein bis eineinhalb Stunden direkt im Bauchraum verabreicht. Diese Zytostatika sollen mikroskopische, nicht sichtbare Tumorreste zerstören.

Im Anschluss an diese komplexe Behandlung, die durchaus sechs bis acht Stunden dauern kann, werden Sie für ein bis zwei Tage auf der Intensivstation überwacht und danach auf die Normalstation verlegt. Hier verbringen Sie in der Regel ein bis zwei weitere Wochen. Bei jedem fünften Patienten treten Komplikationen auf. Die Sterblichkeitsrate in Folge der Operation liegt bei unter zwei Prozent. Dies entspricht auch der Erfahrung anderer internationaler Zentren.

Nachdem Sie sich von Ihrem Eingriff erholt haben, wird in der Tumorkonferenz erneut die Durchführung einer systemischen, also über die Blutbahn verabreichten intravenösen Chemotherapie besprochen. Im Anschluss an die Tumorkonferenz wird stets eine Behandlungsempfehlung an Sie und Ihren weiterbehandelnden Arzt ausgegeben, um gemeinsam den für Sie besten Weg festzulegen.

Für die ersten Nachsorgetermine stehen wir Ihnen selbstverständlich immer gerne zur Verfügung.

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