Zentrum für minimalinvasive Tumortherapie (MINTT)

Prostata - das Männerorgan

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse des männlichen Geschlechtes. Sie befindet sich im kleinen Becken unterhalb des Blasenbodens um die Harnröhre.

Im Alter kann es zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata kommen, einer Vermehrung ansonsten unauffälliger gutartiger Zellen. Dabei kommt es zur Vergrößerung der Drüse und Zwischengewebes. Durch den Verlauf der Harnröhre in der Mitte der Prostata kann es dabei zu Problemen beim Wasserlasssen kommen. Symptome sind Reizbeschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen, häufigem nächtlichem oder plötzlich auftretendem Harndrang,  Blasenentleerungsstörungen oder erschwertes Wasserlassen.

Neben oben genannten Einschränkungen der Lebensqualität kann es im weiteren Verlauf zu Harnverhalt und Aufstau des Urins und damit verbundenen Schädigungen der Nieren kommen.

Embolisation

Bei der Embolisation verschließen wir durch Mikropartikel künstlich die Blutgefäße.

Das Ziel der Embolisation

Die Prostata-Embolisation (PAE) stellt mittlerweile eine Alternative zu den weiteren bekannten Therapieoptionen wie die medikamentöse Therapie bzw. die Resektion (TUR-Prostata) oder die Chirurgie dar. Die Indikation zum Eingriff wird gemeinsam mit dem Urologen gestellt.
Ziel der Prostataembolisation ist es, durch den Verschluss der prostataversorgenden Gefäße mit kleinen Partikeln die Gefäßversorgung der Prostata zu vermindern.  In den Wochen bzw. Monaten nach der Embolisation schrumpft die Prostata langsam als Folge der verminderten Blutungsversorgung. Der Patient spürt dann die Verbesserung der Symptome in den Wochen nach dem Eingriff.

Wie ist der Ablauf der Embolisation?

Unter örtlicher Betäubung  wird ein kleiner Plastikschlauch (Katheter) - ähnlich wie bei einer Herzkatheteruntersuchung - eingebracht. Über diesen Katheter wird unter Röntgenkontrolle ein noch kleinerer Katheter bis in die prostataversorgenden Gefäße (Prostataarterien) vorgeschoben. Die richtige Lage wird mit einer hochmodernen Lokalisationstechnik (Dyna-CT) überprüft.
Daraufhin werden winzige Kunstoffkügelchen mit einer Größe von 0,2-0,5 mm über den Katheter bis zum vollständigen Verschluss eingebracht. Die Embolisation erfolgt in der Regel über die rechten und linken Gefäße.
Nach Entfernen des Katheters und Verschluss der Punktionsstelle wird über mehrere Stunden ein Druckverband angelegt. 

Wie lange dauert der Eingriff in der Regel?

Aufgrund der komplizierten Anatomie benötigt der Eingriff zwischen zwei bis drei Stunden.

Am Untersuchungstag sollte der Patient Bettruhe einhalten. Der Druckverband kann am Folgetag entfernt werden und der Patient kann bei unkompliziertem Verlauf innerhalb von zwei Tagen entlassen werden.

Welchen Vorteil bringt die Embolisation gegenüber anderen Therapien?

In den Wochen bzw. Monaten nach der Embolisation schrumpft die Prostata langsam als Folge der verminderten Blutungsversorgung. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung der Symptome ohne operativen Eingriff und Vollnarkose.
Anders als bei der Operation besteht kein Risiko einer Inkontinenz oder Nachblutung der Harnwege. Der stationäre Aufenthalt ist kürzer als bei der Operation.

Wann kann eine Embolisation durchgeführt werden?

Die Prostataembolisation stellt eine minimalinvasive Alternative zu den etablierten Verfahren wie Operation oder medikamentöse Therapie dar. Die Indikation zu diesem Verfahren wird zusammen mit dem Urologen gestellt. Die Komplikationen sind geringer als bei einer Operation, die Verbesserung der Symptome ist nachgewiesen, kann jedoch aufgrund der zunehmenden Schrumpfung der Prostata etwas länger dauern.
Bei bösartigen Tumoren der Prostata sollte der Eingriff nur in Einzelfällen durchgeführt werden.

Fokale Therapie

Bei der fokalen Therapie entfernen wir unter Schonung des gesunden Gewebes punktuell den Tumor.

Das Ziel der Fokalen Therapie

Ziel der fokalen Therapie des Prostatakrebs ist die Entferung des Krebsgewebes durch Hitze oder Zerstörung der Zellen unter Schonung des gesunden Gewebes und der umliegenden Strukturen.

Wie ist der Ablauf der fokalen Therapie?

Aktuell ist das Verfahren der minimalinvasiven fokalen Therapie des Prostatakrebs innerhalb von Studien möglich. Wir sind Ihnen bei einem möglichen Einschluss zu einer solchen Therapie gerne behilflich.