Unser Haus

Historie

Von der Erbauung bis heute

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg ist das größte katholische Krankenhaus und das größte Ordenskrankenhaus Deutschlands und blickt auf beinahe 90 Jahre Geschichte in der Domstadt zurück.

 Die von Frater Eustachius Kugler 1927 bis 1930 erbauten Krankenhäuser St. Pius und St. Vinzenz (seinerzeit noch als Männer- und Frauenbau streng getrennt) wurden unter finanziell schwierigen Bedingungen errichtet, erfuhren allerdings in der Bevölkerung sehr schnell große Akzeptanz. Bereits 1932 konnte auch eine Krankenpflegeschule eröffnet werden. Die Kriegszeit überstanden beide Krankenhäuser. Dank glücklicher Fügung ohne Bombentreffer. Wie glücklich, das zeigte der jüngste Bombenfund 2015, der zu einer kurzzeitigen Komplettevakuierung des Krankenhauses führte. Der 225 Kilogramm schwere Sprengkörper lag keine 100 Meter vom Krankenhaus entfernt im Erdreich.

Von 1945 bis 1954 hatten die Amerikaner das Krankenhaus beschlagnahmt. Nach Reparaturarbeiten konnten beide Häuser wieder in der Hand der Barmherzigen Brüder betrieben werden. Am 10. Juni 1946 verstarb der Erbauer des Krankenhauses, Provinzial Frater Eustachius Kugler. Am 11. April 1956 wurden die Gebeine des im Ruf der Heiligkeit verstorbenen und 2009 seliggesprochenen Gründers vom Klosterfriedhof in die Krankenhauskirche St. Pius übertragen.

Mitte der siebziger Jahre fiel die Entscheidung, das Krankenhaus zu modernisieren. Die Erweiterung begann mit der Errichtung einer nuklearmedizinischen Abteilung sowie der Gründung einer Abteilung für Strahlentherapie. Anschließend startete die fachliche Erweiterung des Krankenhauses von damals wenigen Fachabteilungen auf heute 28 Kliniken und Institute. Nach sechsjähriger Bauzeit konnte im März 1995 das Zentralgebäude, welches die beiden Bettenhäuser St. Pius und St. Vinzenz verbindet, in Betrieb genommen werden. Sämtliche Funktionen und Funktionsabteilungen wurden neu geschaffen. So verfügt das Krankenhaus jetzt über einen Zentral-OP, eine zentrale Labor- und Röntgendiagnostik inklusive der Schnittbilddiagnostik von Computertomographie und Kernspintomographie. Mit der Erstellung des Zentralgebäudes war der wesentliche Anstoß zur Generalsanierung des gesamten Krankenhauses gegeben.

Zur ideellen und finanziellen Unterstützung des Krankenhauses wurde 1997 auch der „Verein zur Förderung  des Krankenhauses Barmherzige Brüder und der Palliativarbeit e.V.“ gegründet. Zwischenzeitlich wurde die Sanierung des Gebäudes St. Pius West durchgeführt und im Jahre 1998 wieder in Betrieb genommen. In dem sanierten Gebäudekomplex wurde die damals neugegründete Abteilung für Geriatrische Rehabilitation untergebracht. Mit diesem neuen Schwerpunkt haben die Barmherzigen Brüder also schon Ende des 20. Jahrhunderts gezielt auf die zu erwartende und heute bereits massiv spürbare demografische Veränderung der Gesellschaft reagiert. Im 2017 eröffneten Paul Gerhardt Haus mit seinem Zentrum für Altersmedizin hat diese weitsichtige Strategie des Ordens inzwischen einen weiteren Meilenstein gesetzt. Um die notwendige Sanierung der weiteren Bettenhäuser vornehmen zu können, musste Anfang der 00er Jahre zunächst ein neuer Bettentrakt geschaffen werden. Das fertiggestellte Bettenhaus St. Rafael mit 165 Betten wurde im Sommer 2000 in Betrieb genommen. Danach erfolgte die Sanierung des Bettenhauses St. Pius als vierter Bauabschnitt der Gesamtsanierung im Rahmen des öffentlich geförderten Krankenhausbaues. 2017 wurde St. Rafael Nord als letztes neues Bettenhaus in Betrieb genommen.   Zum 1. Juli 2001 wurde auf Bitten der Gemeinschaft der Blauen Schwestern von der hl. Elisabeth die Klinik St. Hedwig an der Steinmetzstraße in das Krankenhaus Barmherzige Brüder integriert. Die Klinik Dr. Opitz wurde dann 2002 in die Klinik St. Hedwig eingegliedert. Bereits ein Jahr vorher, am 1. Oktober 2001, wurde eine Palliativstation in Betrieb genommen. Heute verfügt das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg über 905 Planbetten. Im Gesamtkrankenhaus werden pro Jahr über 49.000 Patienten stationär und etwa 115.000 Patienten ambulant versorgt. Etwa 3.000 Kinder erblicken jährlich bei uns das Licht der Welt.

Selbstverständlich gewährleistet das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder immer den allerneuesten Forschungs- und Technikstand. Besonders wichtig in einem Ordenskrankenhaus ist aber natürlich auch der ”Geist”, der hinter dem Ganzen steht. Der Gründer des Ordens der Barmherzigen Brüder, der Hl. Johannes von Gott, verwirklichte im 16. Jahrhundert in Spanien seine Idee einer von Herzen geleiteten “Pflege Kranker und Bedürftiger”. Der Mensch und seine Würde sollten im Mittelpunkt stehen. Diese Philosophie gilt bis heute und findet ihren Ausdruck unter anderem in den zahlreichen Zusatzangeboten und Veranstaltungen für Patienten, gemäß den Leitlinien und Leitbildern des Krankenhauses. “Mitmenschlichkeit” und “innovative Medizin” müssen keine unvereinbaren Gegensätze sein, schließlich stehen beide im Dienst des Menschen.