Klinik für Onkologie und Hämatologie

DARMKREBS UND ENDDARMKREBS

Unter dem Begriff „Darmkrebs“ werden im Allgemeinen Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Enddarms (Rektumkarzinom) verstanden. Der Begriff Karzinom kennzeichnet Krebserkrankungen, die von Zellen der Schleimhaut ausgehen – in diesem Fall von der Schleimhaut des Dickdarms oder Enddarmes.

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung – in Deutschland wird pro Jahr bei 60.000 bis 65.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs gestellt. Das Risiko, dass jeder einzelne von uns im Laufe seines Lebens an Darmkrebs erkrankt, liegt bei circa sechs Prozent.

Vorläufer-Veränderungen der Darmkrebserkrankung sind in sehr vielen Fällen sogenannte Darmpolypen oder Adenome. Dabei handelt es sich um zunächst gutartige, oft kleine pilzähnliche Geschwulste im Dickdarm. Etwa 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen dadurch, dass diese Polypen/Adenome entarten, ihre Zellen also zu Krebszellen umgewandelt werden. Polypen und Adenome können im Rahmen einer Darmspiegelung entdeckt und gleichzeitig entfernt werden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer Darmspiegelung im Rahmen der Krebsvorsorge.

Was sind die Krankheitszeichen bei Darmkrebs?

Da eine Darmkrebserkrankung in der Regel sehr langsam über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren entsteht, sind die Anzeichen der Krankheit zunächst sehr gering. Warnsignale können sein:

  • Blutbeimengungen im Stuhl oder schwarz gefärbter Stuhlgang
  • Veränderungen beim Stuhlgang, auch Unregelmäßigkeiten mit Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall oder sehr dünner Stuhlgang (sogenannter „Bleistift“-Stuhl)
  • Bei fortgeschrittener Erkrankung kann es zu Bauchschmerzen kommen, außerdem zu Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, nächtlichem Schwitzen oder Blässe.

Wie wird Darmkrebs erkannt? Welche Diagnostik ist nötig?

Festgestellt wird Darmkrebs in den meisten Fällen durch eine Darmspiegelung. Im Rahmen der Spiegelung werden von auffälligen Schleimhautveränderungen Proben entnommen. Die endgültige Diagnose stellt der Pathologe, der diese Gewebeproben auf Krebszellen untersucht. Der Pathologe untersucht in bestimmten Situationen zusätzliche genetische Merkmale der Krebszellen, die im weiteren Verlauf bei der Auswahl der Therapie wichtig sein können.

Wenn leider eine Darmkrebs-Erkrankung in der Darmspiegelung festgestellt worden ist, folgen weitere Untersuchungen, um die Ausdehnung der Krebserkrankung - das „Tumorstadium“ - genau bestimmen zu können. Hierzu gehören in der Regel Ultraschall- oder Computertomographie- (CT-) Untersuchungen, gelegentlich ergänzt durch Kernspin-Untersuchungen (MRT). Außerdem sind Laboruntersuchungen mit unter anderem den sogenannten „Tumormarkern“ wichtig.

Wie erfolgt die Behandlung von Darmkrebs und Enddarmkrebs?

Entscheidend für die Auswahl der Behandlung sind zum einen die Untersuchungsergebnisse des Pathologen (siehe oben) und zum anderen das Tumorstadium:

Bei frühen Tumorstadien (Stadium I, II und III) ist die Erkrankung auf den Darm und ggf. seine Umgebung (Lymphknoten) begrenzt. In dieser Situation spielt die Operation eine ganz entscheidende Rolle, die in unserer Klinik durch die Kollegen der Viszeralchirurgie (Professor Piso und seine Klinik) durchgeführt wird. Da vor allem im Tumorstadium III ein hohes Rückfallrisiko nach erfolgter Operation besteht, sollte bei den meisten Patienten nach der Operation eine ergänzende Chemotherapie durchgeführt werden. Durch eine solche Chemotherapie-Nachbehandlung kann das Rückfallrisiko deutlich gesenkt werden.

Leider liegt häufig ein bereits fortgeschrittenes Tumorstadium mit Streuung („Metastasierung“) der Darmkrebserkrankung in andere Organe vor (Stadium IV). In diesen Situationen ist es in der Regel erforderlich, eine Chemotherapie einzusetzen. Diese verteilt sich über das Blutgefäßsystem im ganzen Körper und bekämpft die Darmkrebszellen in allen betroffenen Organen. Die Chemotherapie wird häufig als „Infusion“ über einen Tropf verabreicht, einzelne Chemotherapien gibt es mittlerweile auch in Tablettenform. Häufig kann die Chemotherapie durch moderne „Antikörper“-Behandlungen ergänzt werden. Die Untersuchungsergebnisse des Pathologen (siehe oben) können für die Auswahl des für den Patienten am besten geeigneten Antikörpers sehr hilfreich sein.

Für eine bestmögliche Behandlung der Patienten ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Chirurgie, der Gastroenterologie und der Strahlentherapie ganz entscheidend. Auch bei Patienten mit fortgeschrittenem Tumorstadium kann in speziellen Situationen eine zusätzliche Operation wichtig sein. Die Strahlentherapie (Dr. Michael Allgäuer und seine Klinik) hat einen sehr wichtigen Stellenwert bei Patienten mit Enddarmkrebs. Darüber hinaus gibt es in besonderen Fällen spezielle Behandlungsmöglichkeiten der Kollegen der Gastroenterologie (Professor Oliver Pech und sein Team) sowie der Nuklearmedizin (Professor Niels Zorger und sein radiologisch/nuklearmedizinisches Behandlungsteam), die ergänzend zur Chemotherapie zum Einsatz kommen können.

Aus diesem Grund finden bei uns regelmäßige Tumorkonferenzen statt, in denen wir gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aller beteiligten Abteilungen über die Patienten sprechen und die Behandlungsstrategie empfehlen.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Chemotherapie und Antikörpertherapie von Darm- und Enddarmkrebs-Erkrankungen ist ein Schwerpunkt unserer Abteilung. Die meisten Behandlungen können auch ambulant durchgeführt werden (in unserer onkologischen Ambulanz).


Einen Termin für die Sprechstunde können Sie gerne über das Sekretariat unter der Tel. +49 (0)941 369 2151 vereinbaren.

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