Klinik für Pneumologie und konservative Intensivmedizin

Pleuraerguss

Pleuraerguss bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt. Er tritt nicht nur bei eigenständigen Erkrankungen der Pleura auf, sondern begleitend bei vielen weiteren Krankheiten. Deshalb ist es ein häufig zu erhebender Befund, dessen Ursache geklärt werden sollte.

Pleura – was ist das?

Pleura ist der medizinische Fachbegriff für Brustfell. Das Brustfell ist ein sehr dünnes Häutchen. Es bedeckt die Lungen und kleidet die Innenseite des Brustkorbes aus. Deshalb nennt man es auf der Lungenoberfläche auch Lungenfell und auf der Brustkorbinnenseite Rippenfell. Lungen- und Rippenfell liegen somit ganz dicht beieinander, der spaltförmige Zwischenraum wird als Pleuraspalt bezeichnet. Ein Flüssigkeitsfilm im Pleuraspalt sorgt dafür, dass Lungen- und Rippenfell bei der Ein- und Ausatmung reibungslos aneinander vorbeigleiten können.

Sammelt sich in diesem Pleuraspalt Flüssigkeit an, spricht man von einem Pleuraerguss. Ein Pleuraerguss ist keine Diagnose, sondern ein Krankheitssymptom. Es geht also darum herauszufinden, welche Krankheit hinter dem Pleuraerguss steckt.

Pleuraergüsse können im Brustkorb einseitig (also rechts oder links) oder auch beidseitig auftreten.

Welche Beschwerden verursacht ein Pleuraerguss?

Ein kleiner Pleuraerguss macht gewöhnlich keine Beschwerden. Wenn die Flüssigkeitsmenge über viele Wochen sehr langsam zunimmt, kann es sogar sein, dass ein sehr großer Pleuraerguss nicht sofort bemerkt wird. Gewöhnlich verspürt der Patient ab einer gewissen Flüssigkeitsmenge Atemnot, zumeist nur bei Belastung und erst bei einem sehr großen Erguss auch in Ruhe, vorzugsweise im Liegen. Dies kommt daher, weil mit zunehmender Ausdehnung des Pleuraergusses die Lunge immer weiter komprimiert und somit die Atmung erschwert wird. Ein weiteres Symptom kann ein Druckgefühl im Brustkorb auf der betroffenen Seite sein.

Am häufigsten treten Pleuraergüsse bei einer Herzschwäche auf, an zweiter Stelle stehen Infekte, gefolgt von bösartigen Erkrankungen. Die nachfolgend genannte Auswahl an Erkrankungen soll auf das große Spektrum möglicher Diagnosen hinweisen:

  • Herz- oder Niereninsuffizienz
  • Pneumonie (sogenannter parapneumonischer Erguss), Tuberkulose
  • Pleurakarzinose (Befall der Pleura bei Tumorerkrankungen)
  • Mesotheliom (maligne Entartung der Pleura)
  • Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Eiweißmangel
  • Bindegewebserkrankungen (sogenannte Kollagenosen)
  • Rheumatoide Arthritis (Gelenkrheuma)

Pleuritis – wenn Atmen weh tut

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Eine Rippenfellentzündung wird als Pleuritis bezeichnet. Sie tritt meist als Begleitsymptom im Rahmen einer anderen Krankheit auf, kann aber auch als eine alleinige Entzündung der Pleura vorkommen.  Man unterscheidet eine trockene Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) ohne Pleuraerguss von einer feuchten Rippenfellentzündung (Pleuritis exsudativa) mit Pleuraerguss. Bei einer Pleuritis sind Rippen- und Lungenfell entzündlich verändert. Mit jedem Atemzug gleiten sie aneinander vorbei und die entzündlichen Veränderungen verursachen dabei einen starken Schmerz, v.a. während der Einatmung. Diese atmungsabhängigen Schmerzen sind typisch für die Pleuritis sicca und führen oft zu einer Schonatmung (der Patient atmet nur oberflächlich). Dagegen drückt der Pleuraerguss bei der Pleuritis exsudativa Rippen- und Lungenfell auseinander und verhindert so das schmerzhafte Aneinanderreiben. Die Pleuritis sicca geht oft in eine Pleuritis exsudativa über.

Komplikationen

Kommt es zu einer bakteriellen Infektion des Pleurergusses, kann sich eine schwere eitrige Entzündung ausbilden, was als Pleuraempyem bezeichnet wird. Besteht ein Pleuraerguss über einen langen Zeitraum, kann es zu einer Verschwartung kommen. Brustkorb und Lunge sind dann auf der betroffenen Seite weniger beweglich, was die Atmung beeinträchtigt.

Jeder Pleuraerguss, der nicht eindeutig einer bereits bekannten Erkrankung zugeordnet werden kann, sollte abgeklärt werden.

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