Klinik für Pneumologie und konservative Intensivmedizin

Lungenhochdruck

Pulmonale Hypertonie

Bei der pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck) besteht ein erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf. Zahlreiche Erkrankungen können eine pulmonale Hypertonie verursachen. Je nach zugrundeliegender Erkrankung bestehen mehr oder weniger effektive Behandlungsansätze. Bei schwerer pulmonaler Hypertonie ist die Prognose schlecht.

Das zum Herzen zurückfließende sauerstoffarme Blut gelangt zunächst in den rechten Herzvorhof und von dort in die rechte Herzkammer. Diese pumpt das Blut durch die Lungen – hier werden frischer Sauerstoff aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben – zum linken Herzen. Die Blutzirkulation von der rechten Herzkammer durch die Lungengefäße bis zum linken Herzen wird Lungenkreislauf genannt (sogenannter kleiner Kreislauf). Normalerweise ist der Blutdruck im Lungenkreislauf deutlich niedriger als der Blutdruck im großen Kreislauf (letzterer kann am Oberarm oder am Handgelenk gemessen werden).

Steigt der Blutdruck im Lungenkreislauf an, werden die rechte Herzkammer und der rechte Herzvorhof verstärkt belastet. Das rechte Herz hat nur eingeschränkte Kompensationsmöglichkeiten und bei dauerhaft bestehender relevanter Rechtsherzbelastung bildet sich mit der Zeit eine Rechtsherzschwäche aus. 

Was verspüre ich bei einem Lungenhochdruck?

Es kommt darauf an, welche Erkrankung dem Lungenhochdruck zugrunde liegt und wie schwer der Hochdruck ausgeprägt ist. Die sich einstellenden Beschwerden sind vor allem anfangs unspezifisch und treten zunächst erst bei Belastung auf. Neben Kurzatmigkeit, eingeschränkter Leistungsfähigkeit mit rascher Ermüdung und hoher Herzfrequenz können auch Herzrhythmusstörungen (“Herzstolpern“) oder ein Schmerz- bzw. Druckgefühl im Brustkorb wahrgenommen werden. Mit zunehmender Rechtsherzschwäche staut sich das Blut vor dem rechten Herzen. Dies ist erkennbar an verstärkt gefüllten Halsvenen und einer Flüssigkeitseinlagerung in das Gewebe (vor allem an den Beinen, sogenannte Beinödeme). Schließlich kann es zu einer leicht bläulichen Verfärbung der Haut an Lippen, Fingern und Zehen kommen.

Schwindel und kurzzeitige Ohnmachtsanfälle (sogenannte Synkopen) treten meist erst später im Krankheitsverlauf auf. Mit fortschreitender Erkrankung nimmt die Belastbarkeit immer weiter ab und zuletzt bestehen auch in Ruhe Beschwerden. Die Prognose hängt ab vom Schweregrad des Lungenhochdruckes, dessen Ursache bzw. der therapeutischen Beeinflussbarkeit sowie von der Kompensationsfähigkeit des rechten Herzens. Am Ende resultiert ein Rechtsherzversagen.

Wie kommt es zu einer pulmonalen Hypertonie?

Zahlreiche chronische Krankheiten können im Verlauf zu einer Druckerhöhung im Lungenkreislauf führen. Insbesondere Erkrankungen des Herzens und der Lungen sowie Lungenembolien sind dabei zu nennen. Umbauprozesse an den Lungengefäßen (unter anderem werden die Gefäße verengt, verstopft und sie verlieren an Elastizität) führen hierbei zum Lungenhochdruck.

Sonderformen pulmonal arterielle Hypertonie und CTEPH

Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH)

Die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) ist eine eigenständige Krankheitsentität innerhalb der Erkrankungen mit pulmonaler Hypertonie (PH). Hierzu zählen unter anderem die idiopathische PAH (PAH ohne erkennbare Ursache) und die hereditäre PAH (familiär vorkommende PAH bei Veränderungen im Erbgut) sowie die PAH aufgrund von Bindegewebserkrankungen (sogenannte Kollagenosen) und angeborenen Herzfehlern.

CTEPH - chronisch thrombembolische pulmonale Hypertonie

CTEPH bezeichnet eine pulmonale Hypertonie, die sich nach – meist mehreren – Lungenembolien ausgebildet hat. Deshalb sollte bei jeder diagnostizierten Lungenembolie die betroffene Person nachuntersucht werden. Bestehen nach drei- bis sechsmonatiger effektiver Behandlung einer Lungenembolie (Antikoagulation mit gerinnungshemmenden Medikamenten) noch Symptome wie Atemnot oder verminderte Belastbarkeit, kann eine CTEPH entstanden sein.

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