Klinik für Herzrhythmusstörungen

Herzschrittmacher-, Defibrillatortherapie

Die tägliche Indikationsstellung zur Therapie mit einem Herzschrittmacher, Defibrillatorsystem, deren Implantation und die Nachsorge unserer Patienten führt zu einer großen Erfahrung in der Handhabung dieser Therapien. Im Folgenden werden wir Sie über die Grundlagen einer Herzschrittmacher- und Defibrillatortherapie informieren.

Abbildung eines Herzschrittmachers

Qualität

Aufgrund der großen Anzahl an Kontrollen (>2.400 / Jahr) sämtlicher Schrittmacher- und Defibrillatorsysteme in unserer Klinik, sind wir regelmäßig auch mit der Lösung seltener Probleme konfrontiert. Die Auswahl eines zu implantierenden Herzschrittmachers bzw. Defibrillators erfolgt stets individuell, orientiert an der zugrunde liegenden Erkrankung, Ihren Beschwerden und Lebensumständen. Sollte die Notwendigkeit für einen Herzschrittmacher oder Defibrillator noch unklar sein, bieten wir Ihnen gerne im Rahmen einer privatärztlichen oder prästationären Vorstellung eine „Zweite Meinung“ an.

Herzschrittmacher

Häufig führt ein zu langsamer Herzschlag zu kurzen Schwindel-Episoden, fehlender Belastbarkeit, Luftnot und Müdigkeit bis hin zu kurzer Bewusstlosigkeit (Synkope). Durch ein EKG oder 24-Stunden-Langzeit-EKG lässt sich in den meisten Fällen erkennen, ob eine Reizbildungs- oder Reizleitungsstörung des Herzens vorliegt. In solchen Fällen kann durch die Implantation eines Herzschrittmachers eine anhaltende Beschwerdefreiheit erreicht werden. In lokaler Betäubung werden die Geräte unterhalb des rechten beziehungsweise linken Schlüsselbeins implantiert.

Anschließend werden Sie wiederum in der Lage sein, ein unbeeinträchtigtes Leben zu führen. Einschränkungen im Alltag erwachsen lediglich im Umfeld stärkerer Magnetfelder (zum Beispiel bei einer Kernspintomographie). Hier müssen die behandelnden Ärzte über das Vorliegen eines Schrittmachers informiert werden.

Unabhängig davon, ob ein kernspintaugliches Gerät oder ein anderer Schrittmacher implantiert wurde, muss vor einer MRT-Untersuchung Kontakt mit einem Kardiologen aufgenommen werden. Hier wird geklärt, ob die gewünschte Kernspin-Untersuchung möglich ist. Für spezielle Fragen und Beschwerden nach Implantation oder mögliche Probleme mit Ihrem Schrittmacher stehen wir Ihnen und ggf. Ihrem behandelnden Kardiologen jederzeit gerne zur Verfügung.

Zur den Sprechstunden und Kontakten

Implantierbarer Defibrillator (ICD)

Im Falle einer anhaltenden Einschränkung der Herzleistung (beispielsweise nach einem Herzinfarkt, bei einer Herzmuskelentzündung oder angeborenen Herzerkrankung) kann das Risiko des plötzlichen Herztodes erhöht sein. Einzig effektiv in der Vermeidung des plötzlichen Herztodes ist ein sogenannter implantierbarer Defibrillator. Dieses Gerät wird unterhalb des Schlüsselbeines eingesetzt und kann zuverlässig lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen erkennen und beenden. Die Funktion eines Herzschrittmachers bietet jeder Defibrillator. Der Einsatz eines Defibrillators erfordert die genaue Begutachtung des vorliegenden Risikos sowie ggf. weitere kardiologische Untersuchungen. Eine auf die Bedürfnisse des Patienten angepasste, individuelle Programmierung des Gerätes ist unbedingt erforderlich um Fehltherapien zu vermeiden. Gerne stehen wir Ihnen in der Beurteilung ihrer persönlichen Situation und ihres persönlichen Risikos sowie zur Planung weiterer Schritte, für spezielle Fragen oder mögliche Probleme mit Ihrem vorhandenen Defibrillator zur Verfügung.

Sprechstunden und Kontakte

Häufig gestellte Fragen nach Implantation eines Herzschrittmachers oder Defibrillators

Wie muss ich mich nach einer Herzschrittmacher- / Defibrillator Implantation verhalten?

Sie erhalten während des Aufenthaltes eine entsprechende Verhaltensanweisung. Falls Sie diese nicht mehr besitzen, können wir Ihnen gerne eine neue aushändigen.

Informationsblatt für Patienten mit einem implantierten Herzschrittmacher

Informationsblatt für Patienten mit einem implantierten Defibrillator

Wie beendet der Defibrillator Herzrhythmusstörungen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit denen der Defibrillator gefährliche Rhythmusstörungen beenden kann. Primär versuchen wir durch eine individualisierte Programmierung, dass bedrohliche Rhythmusstörungen durch die sogenannte „sanfte Therapie" beendet werden. Sollte dies die Herzkammerrhythmusstörung nicht beenden (< 10% der Fälle), kann der implantierte Defibrillator diese durch Abgabe eines Stromstoßes verlässlich behandeln.

Kann es sein dass ich meinen Schrittmacher/Defibrillator spüre wenn er arbeitet?

Bei normaler Funktion der Geräte wird vom Patienten nichts bemerkt. Sollten Sie doch etwas verspüren, sagen Sie dies auf jeden Fall bei der nächsten Kontrolle. Sollten unangenehme Beschwerden auftreten, ist eventuell eine zeitnahe Kontrolle erforderlich, hierfür können Sie jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.

Kann mein Herz nun gar nicht mehr stehen bleiben?

Die Angst, mit einem Herzschrittmacher nicht mehr sterben zu können, ist sehr weit verbreitet, aber unberechtigt. Der Herzschrittmacher verhindert lediglich einen zu langsamen Pulsschlag. Eine nachlassende Herzkraft, einen Herzinfarkt, gefährliche Rhythmusstörungen oder andere Ursachen, warum ein Mensch aufgrund von „Herzproblemen“ sterben könnte, kann ein Schrittmacher jedoch nicht verhindern. Er muss somit z.B. nach dem Versterben auch nicht ausgeschaltet werden.

Hat mein Defibrillator eine Schrittmacherfunktion?

Jeder Defibrillator hat eine Schrittmacherfunktion.

Wie läuft eine Schrittmacherkontrolle ab? Spüre ich dabei etwas?

Die normale Dauer der Kontrolle eines Herzschrittmachers beträgt 5-10 Minuten. Je nach Eigenrhythmus des Patienten kann der Puls bei der Überprüfung eventuell kurzzeitig langsamer und/oder schneller sein. Das Einsetzen des Schrittmachers wird im Normalfall nicht verspürt.

Ich habe meinen Herzschrittmacher-Ausweis verloren. Wo bekomme ich einen neuen Ausweis?

Haben Sie Ihren Schrittmacher/Defibrillator bei uns implantiert bekommen, stellen wir Ihnen jederzeit einen neuen Ausweis aus.

Wie lange hält die Batterie eines Herzschrittmachers / Defibrillators?

Diese Frage sollte bei jeder Kontrolle geklärt werden. Neu implantierte Geräte haben eine Laufzeit von etwa 8-12 Jahren. Abweichungen hiervon sind individuell möglich, da für jeden Patient eine unterschiedliche Beanspruchung der Batterieleistung vorliegt. Defibrillatoren halten in der Regel weniger lange als Schrittmacher, da sie deutlich mehr Funktionen vereinen. Genauere Schätzungen können nach den ersten Kontrollen abgegeben werden, wenn sich besser beurteilen lässt, wie oft der Schrittmacher/Defibrillator einsetzt.

Kann ich eine Kernspinuntersuchung (MRT) durchführen lassen?

Es gibt kernspintaugliche Geräte, die hierfür zugelassen sind, aber vor und nach einem MRT entsprechend umprogrammiert werden müssen. Haben Sie ein nicht-kernspintaugliches Gerät, kann unter Nutzen-Risikoabwägung dennoch eine MRT-Untersuchung möglich sein. In Zusammenarbeit mit den Kollegen unserer Radiologie entscheiden wir individuell, ob doch eine solche Untersuchung bei Ihnen möglich ist, und planen ggf. eine spezielle Durchführung der Untersuchung.

Kann ich eine Computertomographie (CT) oder Ultraschalluntersuchung durchführen lassen?

Diese Methoden sind unabhängig vom implantierten Gerät gefahrlos durchführbar.

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